Merlin
Als der Regenbogen verblasste
da kam der Albatross
und er trug mich mit sanften Schwingen
weit über die sieben Weltmeere.
Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichts.
Ich trat hinein und fühlte mich geborgen.
Ich habe euch nicht verlassen,
ich bin euch nur ein Stück voraus.
*15.10.1991 – +01.08.2011
Merlin I miss you
Merlin – der Scheffe der Gang, das war er zumindest gute 17/18 Jahre lang. Im Jahr 2010 hat er seinen Job und Thron an Baileys übergeben.
Merlin kam durch eine Tiervermittlung zu mir. Damals suchte ich nach Katzen, da ich mir endlich wieder welche nach Hause holen konnte. Die vorherigen Vermieter waren dagegen – leider. Somit habe ich den Kleinanzeigenmarkt gewälzt und Merlin gefunden. Seinerzeit war es die Tiervermittlung Krefeld. Ob es sie heute noch gibt, weiß ich nicht.
Merlin war 15 Monate alt und lebte alleine mit einem Mädel als Dosi, was absolut keine Zeit mehr für ihn hatte. Somit war der arme Kerl ewig alleine und ihm war langweilig. Logisch – nun ja, somit kam er zu mir.
Räuber – so nennen wir ihn auch – hatte immer schon seinen eigenen Kopf. Was im Alter natürlich immer ausgeprägter wurde. Er wird im Oktober 2011 stolze 20 Jahre alt.
Im letzten Jahr bekam er einen Schlaganfall. Den hat er auch so weit gut überstanden, allerdings ist er seitdem komplett blind. Seine Sehkraft auf dem rechten Auge hatte ja schon vor Jahren gelitten, als er sich einen Zweikampf mit der Katze Mausi lieferte. Er hatte den Kampf gewonnen, allerdings wurde die Netzhaut angegriffen. Seine Nieren wollen auch nicht mehr so richtig. Aber für sein Alter und für das was er gesundheitlich bislang mitgemacht hat, ist er noch fit. Das letzte Röntgenbild ergab, Lunge und Herz sind komplett in Ordnung. Allerdings hat er altersbedingte Athritis.
Es gibt vieeeeeeeelll über Merlin zu erzählen, klar nach den ganzen Jahren. Wir haben viel zusammen durchgestanden und jede Menge Spaß miteinander. Auch seine Jungs – die Wuppergang – hatte er im Griff und hat sich niemals die Butter vom Brot nehmen lassen. Nach seinem Schlaganfall hat er Baileys das Zepter übergeben.
Man konnte richtig beobachten, wie er ihn eingearbeitet hat. Es war rührend anzusehen. Und haltet mich ruhig für sentimental oder von mir aus auch durchgeknallt, aber das hat mir doch die Tränen in die Augen steigen lassen, als ich beobachten konnte wie der alte Herr die Übergabe veranstalte.
Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.
Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht aus reifendem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn du aufwachst in des Morgends Stille, bin ich der flinke
Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht fort. Ich bin nicht tot.







